Der Wanderfalke


Im Jahre 1950 soll es in Nordrhein-Westfalen noch 18 bis 20 besetzte Bruthabitate des Wanderfalken gegeben haben. Es handelte sich dabei um Fels- bzw. Steinbruchwände in der Nordeifel, im Siebengebirge bei Bonn, im Sauerland und im östlichen Westfalen. Zwischen 1950 und 1970 hat der Bestand des Wanderfalken sowohl in Mittel- und Nordeuropa als auch in Nordamerika um rund 90 % abgenommen. Neben direkten menschlichen Verfolgungen (z.B. Aushorstung, Fang und Abschuß) hat vor allem die Belastung mit Bioziden (z.B. chlorierte Kohlenwasserstoffe wie DDT, Dieldrin und HCB) auf dem Weg über die Nahrungskette diesen katastrophalen Rückgang verursacht. Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Population zusammengebrochen, und das letzte Brutpaar wurde im Jahr 1970 an den Bruchhauser Steinen im Hochsauerlandkreis beobachtet. Was vor 20 Jahren kaum jemand mehr zu hoffen gewagt hatte, ist inzwischen eingetreten: Der Wanderfalkenbestand nimmt wieder zu.