Floristische Besonderheiten


Geobotanisch gesehen liegt das Stiftungsgebiet in der montanen Höhenstufe. So kann der Besucher im Bereich der Bruchhauser Steine mehrere Pflanzenarten finden, die sonst nur in den nördlichen, borealen Waldgebieten und den Alpen verbreitet sind. Der geographischen Lage entsprechend wären boreale (feuchtkühles Klima „liebende“) Arten im Sauerland nicht zu erwarten. Mit zunehmender Höhe erniedrigt sich jedoch die durchschnittliche Jahrestemperatur um ca. 0,6° C je hundert Meter, so daß Pflanzen wie der Tannen-Bärlapp (Huperzia selago), der Sprossende Bärlapp (Lycopodium annotinum) und die Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum) hier optimale Wachstumsbedingungen finden. Zu den großen Besonderheiten der Flora der Bruchhauser Steine gehören sogenannte Eiszeitrelikte, Pflanzen, welche man eigentlich nur in den Alpen oder der Arktis antrifft. Hier ist insbesondere die weißblühende Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) zu erwähnen. Die Felsen sind außerdem Relikstandorte nacheiszeitlich eingewanderter Pflanzenarten. Zwei nur von wenigen Fundorten bekannte und vom Laien kaum zu unterscheidende Habichtskräuter, das Lotwurzblättrige Habichtskraut (Hieracium onosmoides) und das Blasse Habichtskraut (Hieracium schmidtii = H. pallidum) wachsen hier. Die Felsen stellen auch für einige sehr seltene Eiszeitrelikte aus der Moos- und Flechtenflora einen „Rückzugsstandort“ dar. So wachsen hier unter anderem die Moose Blytts Kropf-Gabelzahnmoos (Kiaeria blytti), Spruces Geldbeutelmoos (Marsupella sprucei). Für das Douinis Moos (Douinia ovata) sind die Bruchhauser der einzige Fundort in Westdeutschland. Interessante Sonderstandorte sind die beschatteten Felsblöcke im Wald sowie die Blockfelder am Fuß der Felsen. Hier wachsen viele Moose und Flechten welche gedämpftes Licht und hohe Luftfeuchte benötigen.  
Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)


Lotwurzblättrige Habichtskraut (Hieracium onosmoides)
     


Douinis Moos (Douinia ovata)

 
Douinis Moos (Douinia ovata)